April / 2015 - Abgelegt in:
Essay |Recherche |Erfahrungsbericht
Von B.S.

Um mich herum herrscht
immer noch die Auffassung, dass ein anständiger, gut ausgebildeter Mensch Arbeit hat und
ansonsten unauffällig ist. „Und, jobmäßig? Was machst du gerade? Hat sich was ergeben?
Was, du bist arbeitslos? Was machst du den ganzen Tag? Willst du nicht wenigstens Putzen
gehen? N' paar Euro dazuverdienen, um was zu tun zu haben?“ Oder emotional: „Oje! Das
muss ja furchtbar sein. Wie geht es dir?“ Als wäre man von einem anderen Stern oder
hätte eine schwere Krankheit, die einem das Leben schwer macht.
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March / 2015 - Abgelegt in:
Essay
Von Mira Assmann

Was sich
in diesen Zeilen aus „Zappelphilipp“ von Heinrich Hoffmann reimt und flüssig liest,
klingt in der Realität eher verstimmt und lässt bitter aufstoßen. Nehmen wir einmal an,
Philipp würde – repräsentativ für ca. 5 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis
17 Jahren in Deutschland, die derzeit als „betroffen“ gelten - zu einem
Kinderpsychotherapeuten geschickt werden. Die Mutter hat ihm einen Termin gemacht,
schließlich ist sie inzwischen zu Tische sprachlos und auch der Vater ist dafür, denn
sein Missfallen findet kein Gehör bei dem Jungen. Nehmen wir also an, Philipp sowie
seine Eltern und Lehrer hätten im diagnostischen Prozess zu Beginn der Therapie
entsprechende Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen ausgefüllt. Der Psychotherapeut hätte
diese nach bestem Wissen und Gewissen mithilfe der Auswertungsmanuale und Zahlen der so
genannten Normstichprobe ausgewertet und würde nun das Ergebnis verkünden, Philipp habe
ADHS.
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Tags: ADHS, Psychologie, Erziehung,
Generation Y, Verwertung,/blog/files/tag--/
March / 2015 - Abgelegt in:
Essay |Plädoyer
Aus dem Hause Bartleby

Sehr geehrter
Sonntag!
Wer was wann gesagt hat, ist den autoritären Charakteren immer
wahnsinnig wichtig. Kaum sagst Du es, fragen sie: »Wer sagt das?« Natürlich nur, um das
Ich, dass es ja gerade gesagt hat, nicht allzu ernst nehmen zu müssen. Überall scheinen
den Kapitalisten des Geistes Bedrohungen ihres erstarrten Hochstatus' zu lauern.
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Tags: Anselm
Lenz,Miete,Körnerkiez,
Eigentum,Mietstreik,Mietrecht,Alles für Alle,Ernst Reicher,DAS WERK,Mieterhöhung,Erbauung,WERK,Émile Zola,Berlin,Wort
zum Sonntag,Körnerpark,Französischer Garten
February / 2015 - Abgelegt in:
Essay |Plädoyer |Material
von Godfrey Lawrence
Die Regisseurin Gesine Danckwart und der
Medientechniker Can Elbasi haben mit „Chez Icke“ einen direktdemokratischen Störfaktor
der Repräsentation erfunden. Heute ist ihr Avatar zu Gast im Berliner Think Tank „Haus
Bartleby“.
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Tags: Chez
Icke, WERK, Imperative Mandat, Haus Bartleby,Luise Tremel
December / 2014 - Abgelegt in:
Essay | Zeitlos |Plädoyer |Material
Aus dem Hause Bartleby
Mit unserer advokatorischen Lobby sind wir
fast immer ziemlich optimistisch unterwegs, denn wir haben von fast allen Menschen
letztlich eine hohe, hohe Meinung. (Auch wenn wir das aus Gründen der Distinktion
manchmal nicht sagen.) Die Arbeit unseres Think-Tanks bezieht sich also auf die
Verbesserung des menschlichen Lebens in einer unmittelbaren Zukunft. Warum?
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Tags: Haus
Bartleby, Arbeit,Lobby
November / 2014 - Abgelegt in:
Essay
Von Martin Nevoigt
Christian arbeitet in einer Führungsposition für eine
Softwarefirma. Er hat ein eigenes ausladendes Büro, von dem aus er den Blick über
die Innenstadt schweifen lassen kann. Von seinem Verdienst können er und sein
Partner sich eine schicke Doppelhaushälfte in einer teuren Wohngegend leisten, mit
perfekt abgestimmten Möbeln und einem kleinen Garten. Sein Job erlaubt ihm mehrere
Urlaubsreisen im Jahr, die er nutzt, um zu den ausgefallensten Orten der Welt zu
reisen. Christian sitzt nicht selten an seinem Schreibtisch und fühlt sich wie
gelähmt. Er kommt sich dabei albern und verwöhnt vor, denn er hat doch alles.
Manchmal legt Christian den Kopf auf den Tisch und weint leise vor sich
hin. Weiterlesen
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Tags: Deathbed
Test, Arbeit, Haus Bartleby, Haus Bartleby,/blog/files/tag--/
November / 2014 - Abgelegt in:
Essay |Erfahrungsbericht
Von Andi Arbeit
Geworfen in eine deutsche Familie der unteren
Mittelschicht; Kind fortschritts- und auch sonst gläubiger Leute, wird ein junger
Mann heutzutage eher kein Geisteswissensschaftler; er wird Sozialaufstiegsingenieur.
So auch ich. Ich spielte mit LEGO, während sich meine Eltern ein kleines Haus und
über die Jahre eine beachtliche Serie an Neuwagen kauften, die sie sich durch ihre
Arbeit redlich verdient hatten. Knoff Hoff war meine Lieblingssendung und gute
Schulnoten waren eine Grundvoraussetzung für gute Stimmung. Eine
Kleinstadtrealschule, eine Ausbildung mit Fachabitur und den Zivildienst später, war
ich reif für die Fachhochschule und vollkommen orientierungslos. Weiterlesen ...
Tags: Maschinenbau,
Arbeit,Fachkräftemangel, Karriere,Maschinen,
Haus Bartleby,/blog/files/tag--/
September / 2014 - Abgelegt in:
Essay
Von André Thirion
Was wird nicht alles unternommen, um auf "proletarisch"
zumachen. So verwechseln nicht wenige unserer kommunistischen Journalisten das
Gebot, eine Sprache zu sprechen, die den Arbeitern nicht nur verständlich ist,
sondern vor allem ihre Gedankenwelt wiedergibt, mit einer Art der Darstellung, einem
abstrusen Arbeiterkult, der schon auf der Ebene der Beschreibung eine Karikatur auf
die wirklichen Arbeiter ist.
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Tags: Arbeit,Arbeiterklasse