Journal

»Und? Jobmäßig?«

Von B.S.



smalltalk

Um mich herum herrscht immer noch die Auffassung, dass ein anständiger, gut ausgebildeter Mensch Arbeit hat und ansonsten unauffällig ist. „Und, jobmäßig? Was machst du gerade? Hat sich was ergeben? Was, du bist arbeitslos? Was machst du den ganzen Tag? Willst du nicht wenigstens Putzen gehen? N' paar Euro dazuverdienen, um was zu tun zu haben?“ Oder emotional: „Oje! Das muss ja furchtbar sein. Wie geht es dir?“ Als wäre man von einem anderen Stern oder hätte eine schwere Krankheit, die einem das Leben schwer macht. Weiterlesen ...

Im Auge des Betrachters

Von Mira Assmann


zappelphilipp

Was sich in diesen Zeilen aus „Zappelphilipp“ von Heinrich Hoffmann reimt und flüssig liest, klingt in der Realität eher verstimmt und lässt bitter aufstoßen. Nehmen wir einmal an, Philipp würde – repräsentativ für ca. 5 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren in Deutschland, die derzeit als „betroffen“ gelten - zu einem Kinderpsychotherapeuten geschickt werden. Die Mutter hat ihm einen Termin gemacht, schließlich ist sie inzwischen zu Tische sprachlos und auch der Vater ist dafür, denn sein Missfallen findet kein Gehör bei dem Jungen. Nehmen wir also an, Philipp sowie seine Eltern und Lehrer hätten im diagnostischen Prozess zu Beginn der Therapie entsprechende Selbst- und Fremdbeurteilungsbögen ausgefüllt. Der Psychotherapeut hätte diese nach bestem Wissen und Gewissen mithilfe der Auswertungsmanuale und Zahlen der so genannten Normstichprobe ausgewertet und würde nun das Ergebnis verkünden, Philipp habe ADHS. Weiterlesen ...

Werk zum Sonntag

Aus dem Hause Bartleby


Park_alle

Sehr geehrter Sonntag!

Wer was wann gesagt hat, ist den autoritären Charakteren immer wahnsinnig wichtig. Kaum sagst Du es, fragen sie: »Wer sagt das?« Natürlich nur, um das Ich, dass es ja gerade gesagt hat, nicht allzu ernst nehmen zu müssen. Überall scheinen den Kapitalisten des Geistes Bedrohungen ihres erstarrten Hochstatus' zu lauern. Weiterlesen ...

Das digitale imperative Mandat „Chez Icke“

von Godfrey Lawrence



Die Regisseurin Gesine Danckwart und der Medientechniker Can Elbasi haben mit „Chez Icke“ einen direktdemokratischen Störfaktor der Repräsentation erfunden. Heute ist ihr Avatar zu Gast im Berliner Think Tank „Haus Bartleby“. Weiterlesen ...

Freitag frei

Aus dem Haus Bartleby



Der Freitag wird künftig der zusätzliche freie Tag für alle sein - Freitag frei! Der Tag, an dem niemand zur Arbeit gezwungen wird, nichts Wichtiges passiert, der Müßiggang regiert und das Geld abgeschafft ist: Jeder Tausch wird frei sein, alles ist umsonst und nichts ist für immer!

Ballon-Hund Weiterlesen ...

Die totale Verflüssigung:
»Share Economy« als Wahn, Wille und Vorstellung

von Anselm Lenz



Der beliebte Begriff vom »Teilen« wird in der neoliberalen Kampfsprache für das Gegenteil missbraucht. Über die Pervertierung »Digitaler Revolutionen« im Gewand des »Sharings«.

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Großkupferte, Kleinmütige, Freunde und Mitstreiterinnen!

Aus dem Hause Bartleby



Mit unserer advokatorischen Lobby sind wir fast immer ziemlich optimistisch unterwegs, denn wir haben von fast allen Menschen letztlich eine hohe, hohe Meinung. (Auch wenn wir das aus Gründen der Distinktion manchmal nicht sagen.) Die Arbeit unseres Think-Tanks bezieht sich also auf die Verbesserung des menschlichen Lebens in einer unmittelbaren Zukunft. Warum? Weiterlesen ...

Do the Deathbed Test

Von Martin Nevoigt



Christian arbeitet in einer Führungsposition für eine Softwarefirma. Er hat ein eigenes ausladendes Büro, von dem aus er den Blick über die Innenstadt schweifen lassen kann. Von seinem Verdienst können er und sein Partner sich eine schicke Doppelhaushälfte in einer teuren Wohngegend leisten, mit perfekt abgestimmten Möbeln und einem kleinen Garten. Sein Job erlaubt ihm mehrere Urlaubsreisen im Jahr, die er nutzt, um zu den ausgefallensten Orten der Welt zu reisen. Christian sitzt nicht selten an seinem Schreibtisch und fühlt sich wie gelähmt. Er kommt sich dabei albern und verwöhnt vor, denn er hat doch alles. Manchmal legt Christian den Kopf auf den Tisch und weint leise vor sich hin. Weiterlesen ...

Inter machinas et homines

Von Andi Arbeit


Geworfen in eine deutsche Familie der unteren Mittelschicht; Kind fortschritts- und auch sonst gläubiger Leute, wird ein junger Mann heutzutage eher kein Geisteswissensschaftler; er wird Sozialaufstiegsingenieur. So auch ich. Ich spielte mit LEGO, während sich meine Eltern ein kleines Haus und über die Jahre eine beachtliche Serie an Neuwagen kauften, die sie sich durch ihre Arbeit redlich verdient hatten. Knoff Hoff war meine Lieblingssendung und gute Schulnoten waren eine Grundvoraussetzung für gute Stimmung. Eine Kleinstadtrealschule, eine Ausbildung mit Fachabitur und den Zivildienst später, war ich reif für die Fachhochschule und vollkommen orientierungslos.
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Nieder mit der Arbeit

Von André Thirion



Was wird nicht alles unternommen, um auf "proletarisch" zumachen. So verwechseln nicht wenige unserer kommunistischen Journalisten das Gebot, eine Sprache zu sprechen, die den Arbeitern nicht nur verständlich ist, sondern vor allem ihre Gedankenwelt wiedergibt, mit einer Art der Darstellung, einem abstrusen Arbeiterkult, der schon auf der Ebene der Beschreibung eine Karikatur auf die wirklichen Arbeiter ist. Weiterlesen ...